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  • Stefani Spangenberg

Ihre Hausverwaltung informiert: Was kommt eigentlich in die Gelbe Tonne?

Aktualisiert: 12. Sept 2019

Über diese Frage haben sich schon ganze Hausgemeinschaften zerstritten. Und auch die Hausverwaltung hat an dieser Stelle einen sehr schweren Stand. Denn wenn falscher Müll in der Tonne landet, drohen Strafen von der FES.


Um das Mülltrennungssystem sinnvoller zu gestalten, ist eine Art "gelbe Tonne plus" geplant.

Und schon wieder der Zettel mit den blauen Buchstaben der FES auf der gelben Tonne! In dem Sechs-Parteien-Mietshaus im Nordwesten der Stadt sind mittlerweile alle drei Stockwerke miteinander verkracht. Der Grund: „Fehlbefüllung!“


Das heißt: In der Tonne für Verpackungsmüll landen regelmäßig Kartons oder Essensreste, besonders dann, wenn das 80-Liter-Gefäß für den Restmüll schon voll ist. Man bezichtigt sich gegenseitig der Untat.


Unangenehm für die Mietergemeinschaft: Sind mehrfach „Störstoffe“ in der Tonne, dann wird diese nicht mehr regulär geleert, eine kostenpflichtige Sonderleerung muss zuerst bei der FES beantragt werden. Bis dahin, so berichtet eine entnervte Mieterin, stapele sich der Verpackungsmüll in der Wohnung. „Und dafür zahlt man so hohe Müllgebühren!“


150 bis 200 Störungsmeldungen

Es funktioniert nicht so recht mit der gelben Tonne, die doch mal eine Müll-Errungenschaft sein sollte. Die Tonnen-Leerung ist kostenlos, die Hersteller tragen die Kosten im „Dualen System“. Genau genommen hat der Bürger aber schon im Geschäft beim Warenkauf für die Entsorgung der Verkaufsverpackungen bezahlt.


Eigentlich sollte jeder der rund 380.000 Haushalte in Frankfurt eine gelbe Tonne nutzen dürfen. Das ist aber nicht so, einige müssen ganz verzichten. Beispielsweise die Mieter von mehr als 200 Wohnungen in einer Liegenschaft in der Nähe des Mains. Die Vermieterin hat nach angeblich vielen, vielen „Fehlbefüllungen“ und Einzug der gelben Tonnen durch die FES auf selbige schließlich vollständig verzichtet.


Alle 14 Tage, in diesem Rhythmus wird die Tonne geleert, „gibt es stadtweit zwischen 150 und 200 Störungsmeldungen über Fehlbefüllungen der gelben Tonne“, berichtet Stephanie Pieper von der Pressestelle der FES. In den Gefäßen befänden sich dann Restabfälle, Kartonagen, Glas oder Bioabfälle. Wegen anhaltender Störungen sind im Jahr 2011 75 gelbe Tonnen komplett von den Liegenschaften entfernt worden, sagt die FES-Statistik.


Gelbe Tonne plus

Das alles hat aber unter dem Strich nicht gefruchtet. Die FES geht davon aus, dass es 40 Prozent Fehleinwürfe im Verpackungsmüll gebe. Das liege nicht nur an der Haltung mancher Frankfurter, die finden „am Schluss wird eh alles zusammengeworfen“, oder „meine Wohnung ist doch keine Müllsortieranlage“. „Die Kennzeichnung“, das gibt man bei der FES auch sofort zu, sei mehr als unübersichtlich.


Umweltdezernat und FES planen, 2013 in einem Modellversuch eine Wertstoff-Tonne als eine Art „gelbe Tonne plus“ einzuführen. Der genaue Zeitpunkt und die Siedlung stehen noch nicht fest. Neben den Verpackungen, meist aus dem Wertstoff Kunststoff, könnten dort Metallreste oder Holz entsorgt werden.



Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), eine große Müllexpertin und kritische Begleiterin des Dualen Systems, macht keine falschen Hoffnungen. Es werde mit der Wertstoff-Tonne nicht einfacher, aber vom System her „sinnvoller“, da eben alles Wiederverwertbare, auch die wertvollen Metalle, an einem Platz gesammelt würden.

Im Sechs-Parteien-Mietshaus ist man allerdings eher skeptisch: „Vielleicht gibt es dann nur noch mehr Möglichkeiten, etwas falsch einzuwerfen in die Tonne.“

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